This theme documents three centuries of German emigration. Letters and diaries bring to life stories of people fleeing religious persecution, hunger, and the pursuit of freedom. The journey takes us from war-torn Europe to America and the Volga River.
Hier ein begleitendes Wort zum neuen Buch โZwischen Sehnsucht und Machtโ โWie Romantik und Idealismus die deutsche Geschichte prรคgten von Klaus Kampe. Es geht um eine Warnung vor den Auswรผchsen von Idealismus und Romantik in der heutigen Zeit. Das Buch stรผtzt sich auf historische und philosophische Analysen, die zeigen, wie die Sehnsucht nach einer โhรถheren Ordnungโ oder โWiederverzauberungโ der Welt in gefรคhrliche Irrationalitรคt oder Totalitarismus umschlagen kann.
Hier ist ein Entwurf:
Die Geschichte der deutschen Romantik lehrt uns, dass der Versuch, die Welt durch reine Poesie oder Idealismus zu heilen, oft mit einer gefรคhrlichen Realitรคtsferne einhergeht. Wenn das โromantische Subjektโ die Welt nur noch als Anlass fรผr seine eigene Produktivitรคt und Stimmung nutzt, droht eine politische Handlungsunfรคhigkeit oder eine bloรe Simulation von Wirksamkeit.
Besonders im Kontext moderner Groรprojekte wie dem Green Deal oder radikaler Umweltbewegungen besteht die Gefahr, dass die Vernunft in Unvernunft und Aufklรคrung in einen neuen Mythos umschlรคgt. Adorno und Horkheimer warnten in ihrer โDialektik der Aufklรคrungโ bereits davor, dass eine total verwaltete Welt keine wahre Freiheit schafft, sondern neue Formen der Unterwerfung, in denen der Einzelne zugunsten einer vermeintlich hรถheren kollektiven Notwendigkeit nichts mehr zรคhlt.
Kritische Punkte der Warnung:
โข Der รคsthetische Aristokratismus: Idealisten neigen dazu, ihre Visionen รผber die profanen Bedรผrfnisse der โMasseโ zu stellen, was zu einer Entfremdung von der sozialen Realitรคt fรผhrt.
โข Die โstรคhlerne Romantikโ der Planung: Carl Schmitt warnte vor den Paradiesen einer durchgeplanten Welt, die durch entfesselte Produktivkraft eine โSozialschrankeโ errichtet, die den Menschen nicht mehr erkennt, sondern ihn gewaltsam verรคndern will.
โข Verlust der Dezision (Entscheidungsfรคhigkeit): Romantiker verweilen oft im รคsthetischen โMรผรiggangโ und scheitern an der Notwendigkeit klarer politischer Unterscheidungen, was sie anfรคllig fรผr die Instrumentalisierung durch fremde Mรคchte macht.
โข Der โKrankheitskeimโ im Ideal: Wie Thomas Mann 1945 ausfรผhrte, trรคgt die Romantik oft einen Keim in sich, der die Hingabe an das Irrationale und eine weltfremde Tiefe รผber die demokratische Nรผchternheit stellt.
Man muss daher wachsam gegenรผber Bewegungen sein, die das Politische in โRausch und Mysteriumโ zurรผckverwandeln wollen. Eine Politik, die nur noch auf Gefรผhl, Erweckung und utopischem Schein basiert, verliert den Boden der rechtlichen und rationalen Normen und bereitet so den Weg fรผr eine neue Barbarei.
Es gilt, die Romantik als Korrektiv der Moderne zu nutzen, ohne sie zur Staatsideologie zu erheben, da sie sonst unweigerlich in der Katastrophe endet.
WIE MACHT, GELD UND LOBBYISMUS DEN FORTSCHRITT BREMSTEN โ UND WIE WIR ES รNDERN KรNNEN, ein Buch von Klaus Kampe
EINLEITUNG Fortschritt ist eine der mรคchtigsten Triebkrรคfte in der Geschichte der Menschheit. Seit dem ersten gezรคhmten Feuer, dem Rad, der Dampfmaschine und der Elektrizitรคt war die technische Entwicklung stets eng mit dem Wunsch nach Freiheit, Bequemlichkeit und รberwindung der Grenzen des Mรถglichen verbunden. Doch dieser Fortschritt verlief nie linear. Immer wieder wurde er gebremst, umgelenkt oder gar ganz gestoppt โ nicht etwa, weil die Ideen unbrauchbar waren, sondern weil sie zu gut, zu gefรคhrlich oder schlicht zu unprofitabel fรผr bestehende Machtstrukturen waren.
Das 20. und 21. Jahrhundert sind in besonderem Maรe Zeugen dieses paradoxen Verhรคltnisses zwischen Innovation und Behinderung geworden. Auf der einen Seite erleben wir eine explosionsartige Entwicklung neuer Technologien, von kuฬnstlicher Intelligenz bis hin zur Gentechnik. Auf der anderen Seite offenbart sich eine Schattenseite: wirtschaftliche und politische Interessengruppen, die den Fortschritt dort aufhalten, wo er bestehende Monopole, Mรคrkte oder Machtgefuฬge bedroht. Die Geschichte des modernen Kapitalismus ist damit zugleich eine Geschichte der verhinderten Erfindungen โ eine Chronik des stillen Kampfes zwischen kreativen Geistern und den Architekten der wirtschaftlichen Kontrolle.
DIE DIALEKTIK DES FORTSCHRITTS Der Mythos vom genialen Erfinder, der mit einer bahnbrechenden Idee die Welt verรคndert, prรคgt bis heute unser Bild der Innovation. Doch die Realitรคt zeigt, dass der Weg von der Idee zur Umsetzung selten nur von wissenschaftlicher Leistung abhรคngt. Oft sind es wirtschaftliche Interessen, juristische Huฬrden oder gezielte โDesinformationskampagnenโ , die bestimmen, welche Technologie sich durchsetzt und welche in Vergessenheit gerรคt. Ein prรคgnantes Beispiel hierfuฬr ist der Konflikt zwischen Nikola Tesla und Thomas Edison. Teslas Konzept des Wechselstroms war technisch uฬberlegen, effizienter und sicherer โ doch Edison, unterstuฬtzt von Investoren und industriellen Partnern, fuฬhrte einen beispiellosen Propagandafeldzug gegen den Wechselstrom. Teslas Ideen von drahtloser Energieuฬbertragung, globaler Kommunikation und nahezu unbegrenzter Energieversorgung galten als revolutionรคr โ und zugleich als Bedrohung fuฬr jene, die an der zentralisierten Stromversorgung verdienten. Der โKrieg der Strรถmeโ wurde letztlich nicht nur mit wissenschaftlichen Argumenten, sondern mit wirtschaftlicher Macht entschieden. Dieser Konflikt steht stellvertretend fuฬr ein wiederkehrendes Muster in der Geschichte der Technik: Fortschritt wird nicht allein an seiner Nuฬtzlichkeit gemessen, sondern an seiner Vereinbarkeit mit den Interessen derjenigen, die uฬber Kapital und politische Einflussmรถglichkeiten verfuฬgen. Eine bahnbrechende Idee kann zur Weltverรคnderung fuฬhren โ oder in einer Schublade verschwinden, wenn sie bestehende Strukturen infrage stellt.
Inhaltsverzeichnis:
Die Dialektik des Fortschritts
Das Prinzip der strukturellen Innovationshemmung
Beispiele eines unterdruฬckten Fortschritts
Die ethische Dimension des Fortschritts Teil I โ Die fruฬhen Fรคlle des technischen Lobbyismus Kapitel 1: Nikola Tesla und der Kampf um den Strom
1.1 Ein Erfinder zwischen Genie und System
1.2 Der Krieg der Strรถme: Gleichstrom gegen Wechselstrom
1.3 Der Traum der freien Energie
1.4 Die Manipulation der รถffentlichen Meinung
1.5 Die Lehre aus Teslas Scheitern
1.6 Parallelen zur Gegenwart
1.7 Fazit: Der Sieg der Macht uฬber die Vernunft Kapitel 2: Die Gluฬhbirne und das Kartell der Lichtindustrie
2.1 Der Beginn eines neuen Zeitalters
2.2 Wer hat die Gluฬhbirne erfunden?
2.3 Das Phoebus-Kartell โ Der Beginn geplanter Obsoleszenz
2.4 Wirtschaftliche Motive und gesellschaftliche Folgen
2.5 Patentrecht als Machtinstrument
2.6 Geplante Obsoleszenz als รถkonomisches Prinzip
2.7 Der lange Schatten des Kartells
2.8 Lehren fuฬr Gegenwart und Zukunft
2.9 Fazit: Zwischen Innovation und Kontrolle Kapitel 3: Der unterdruฬckte Fortschritt im Automobilbau: Vom Elektroauto zum Verbrenner
3.1 Die Anfรคnge: Elektromobilitรคt im 19. Jahrhundert
3.2 Der Aufstieg des Verbrennungsmotors
3.3 Energie, Macht und Monopol
3.4 Der โGreat American Streetcar Scandalโ
3.5 Vergessene Innovationen und unterdruฬckte Patente
3.6 Der Fall GM EV1 โ Eine moderne Wiederholung
3.7 Die Rolle der Politik und der Konsument
3.8 Wandel im 21. Jahrhundert: Ein verspรคtetes Comeback
3.9 Fazit: Fortschritt im Kreis Kapitel 4: Pharmaindustrie und die Blockade alternativer Heilmethoden
4.1 Medizin zwischen Fortschritt und Marktlogik
4.2 Die Logik der Patente โ Schutz und Barriere zugleich
4.3 Innovation im Schatten der Profitlogik
4.4 Der Fall der HIV-Medikamente โ Patente gegen Menschenrechte
4.5 COVID-19 und die Debatte um Impfstofflizenzen
4.6 Alternative und komplementรคre Heilmethoden โ zwischen Forschung und Regulierung
4.7 Lobbyismus und Einflussnahme
4.8 Wege zu einer gerechteren Arzneimittelinnovation
4.9 Fazit: Medizin als Gemeingut Kapitel 5: Agrarwirtschaft und die Kontrolle uฬber Saatgut
5.1 Nahrung als Machtfaktor
5.2 Die Entstehung des industriellen Saatgutmarktes
5.3 Marktkonzentration und die โBig Fourโ
5.4 Der Fall Monsanto โ Kontrolle durch Patente
5.5 Auswirkungen auf Biodiversitรคt und Ernรคhrungssouverรคnitรคt
5.6 Wissenschaftliche Innovation oder รถkonomische Kontrolle?
5.7 Politische Einflussnahme und Agrarlobbyismus
5.8 Wege zu einer nachhaltigen und gerechten Agrarpolitik
5.9 Fazit: Das Saatgut der Zukunft gehรถrt allen Kapitel 6: Digitale Monopole und Informationskontrolle
6.1 Vom Industriezeitalter zum Datenzeitalter
6.2 Die Entstehung digitaler Monopole
6.3 Patente, Urheberrecht und geistiges Eigentum im Digitalzeitalter
6.4 Daten als Eigentum โ oder als Gemeingut?
6.5 Politische Einflussnahme der Tech-Konzerne
6.6 Die neue Form des Lobbyismus: Informationsgestaltung
6.7 Der Kampf um digitale Souverรคnitรคt
6.8 Offene Technologien und Gemeinguฬter
6.9 Fazit: Freiheit im Zeitalter der Datenรถkonomie Teil III: Zukunftsperspektiven: Wie sich Innovationsblockaden verhindern lassen
7.1 Innovation als gesellschaftliche Verantwortung
7.2 Das Dilemma des modernen Patentrechts
7.3 Neue Eigentumsmodelle fuฬr Wissen und Technologie
7.4 Transparente Wissenschaft und demokratische Kontrolle
7.5 Bildung und Aufklรคrung als Schluฬssel
7.6 Internationale Kooperation und globale Gerechtigkeit
7.7 Ethik und Verantwortung im Zeitalter der KI
7.8 Wirtschaft im Dienst des Gemeinwohls
7.9 Fazit: Eine offene Zukunft Kapitel 8: Medien, Zensur und Informationskriege: Wie Meinung zur Ware wurde
8.1 Die Macht uฬber die Erzรคhlung
8.2 Medien als Instrument wirtschaftlicher Interessen
8.3 PR, Propaganda und die Erfindung des โPublic Relationsโ-Zeitalters
8.4 Zensur durch Struktur: Wie Kontrolle ohne Verbot funktioniert
8.5 Fallbeispiel: Medienkampagnen gegen unbequeme Wissenschaft
8.6 Digitale Meinungsmacht: Social Media und Filterblasen
8.7 Einfluss von Lobbyorganisationen und Thinktanks
8.8 Informationskriege im 21. Jahrhundert
8.9 Wege zu freier Information und Medienethik
8.10 Fazit: Wahrheit als Gemeingut Kapitel 9: Wirtschaft und Ethik: Macht, Moral und Verantwortung
9.1 Von der freien Information zur ethischen รkonomie
9.2 Der unsichtbare Vertrag
9.3 Die Moral des Marktes
9.4 Die Trennung von รkonomie und Moral
9.5 Verantwortung ohne Gesicht
9.6 Die Ethik der Effizienz
9.7 Korporative Ethik โ PR oder Prinzip?
9.8 Die Macht der Lobby
9.9 Der moralische Imperativ der Wirtschaft
9.10 Die Ruฬckkehr des Gewissens
9.11 Macht, die sich selbst begrenzt
9.12 Der neue Humanismus
9.13 Die Wuฬrde der Grenze Teil IV โ Wege in eine offene Innovationskultur Kapitel 10: Kapitel 10 โ Wege in die Zukunft: Innovation und Freiheit
10.1 Der Mensch als Schรถpfer
10.2 Die Wiederentdeckung des Gemeinwohls
10.3 Bildung als Quelle der Freiheit
10.4 Wissenschaft im Dienst der Menschheit
10.5 Der digitale Humanismus
10.6 Nachhaltigkeit als Systemprinzip
10.7 Politik und die Macht des Mutigen
10.8 Wirtschaft als Partner, nicht als Herr
10.9 Der neue Gesellschaftsvertrag
10.10 Innovation als moralische Aufgabe
10.11 Hoffnung als Erfindung Kapitel 11: Reform des Patentrechts: Wissen als Gemeingut
11.1 Das Dilemma des geistigen Eigentums
11.2 Verkuฬrzung der Patentlaufzeiten
11.3 Gemeinwohlorientierte Lizenzen
11.4 Staatliche Fรถrderung offener Innovation
11.5 Das Wissen der Zukunft Kapitel 12: Bildung, Transparenz und digitale Aufklรคrung
12.1 Bildung als Fundament der Freiheit
12.2 Wissenschaft als รถffentliches Gut
12.3 Transparenzplattformen und Buฬrgerbeteiligung
12.4 Ethik des Fortschritts: Verantwortung fuฬr Mensch und Planet
12.5 Bildung als kollektives Bewusstsein
12.6 Die Zukunft der Aufklรคrung Schlusswort โ Der Mut zur Zukunft
When the National Socialists seized power in Germany in January 1933, a period of persecution and loss began for many writers, artists, and intellectuals. Theaters were closed, editorial offices purged, books burned. Those who remained risked being banned from their professions, imprisonment, or worse. Those who left had to find a new world. Countless Germans set out on their journey โ with suitcases full of manuscripts, sketches, or simply hope.
The south of France, the Cรดte d’Azur, became a lifeline for many of them. The light, the vastness of the sea, the olive groves, and pine-covered hills gave the refugees a sense of freedom. The region was also convenient in practical terms: the cost of living was lower than in Paris, and Marseille offered the opportunity to travel further afield if the situation became uncertain. Artists and writers had already discovered the coast, and so in the 1930s it seemed like an old acquaintance that was now showing a new face โ that of exile.
During these years, the great names of German culture gathered here: Thomas Mann wrote in the guesthouses along the coast, while his brother Heinrich lived with Nelly Krรถger in Nice. Lion Feuchtwanger created an intellectual hub in his villa in Sanary-sur-Mer, frequented by Franz Werfel, Alma Mahler-Werfel, and many others. Bertolt Brecht wandered restlessly through the south of France, always searching for a place where work and security coincided. Painters such as Walter Bondy and writers such as Annette Kolb further shaped the atmosphere.
Two places in particular became symbols of this exile: Nice, with its cosmopolitan vibrancy and boulevards where languages and cultures mingled; and Sanary-sur-Mer, a small fishing village whose harbor became the stage for a world in upheaval. There, between simple fishing boats and the facades of white houses, a close-knit community of exiles emerged, trying to preserve their language, their art, and their hope in the shadow of the looming dictatorship.
Thus, on the Cรดte d’Azur, the beauty of the landscape was combined with the urgency of survivalโleaving traces that are still visible today.
TABLE OF CONTENTS
Introduction
Varian Fry โ From Berlin to Marseille
Historical Context and Exile in Southern France
Exiles in Nice โ The City of Refuge
Sanary-sur-Mer โ The German Village
Famous Personalities in Exile
The Portraits โ Faces of a Lost World
Marta and Lion Feuchtwanger
Meeting at the Cafรฉ du Lyon
Max Colpet
Thomas Mann and the Art of Exile Salons
Voices in Exile
Art, Literature, and the Struggle for Freedom of Speech
Encounters and Communities
Threats, Internment, and Escape
Places of Residence Today – Discovering Historical Sites
Comparison of Historical Photographs
Links to Photos and Places
Image Sources
Epilogue
Appendix
in german:
Abdruck aus “Deutsche Exilanten an der Cรดte d’Azur”
Eine Reise durch die 1930er von Klaus Kampe
HISTORISCHER KONTEXT UND EXIL IN SรDFRANKREICH
Als im Januar 1933 die Nationalsozialisten in Deutschland die Macht รผbernahmen, begann fรผr viele Schriftsteller, Kรผnstler und Intellektuelle eine Zeit der Verfolgung und des Verlustes. Bรผhnen wurden geschlossen, Redaktionen gesรคubert, Bรผcher verbrannt. Wer blieb, riskierte Berufsverbot, Haft oder Schlimmeres. Wer ging, musste sich eine neue Welt suchen. So setzten sich unzรคhlige Deutsche in Bewegung โ mit Koffern voller Manuskripte, Skizzen oder einfach nur Hoffnung.
Der Sรผden Frankreichs, die Cรดte dโAzur, wurde fรผr viele von ihnen zum Rettungsanker. Das Licht, die Weite des Meeres, die Olivenhaine und Pinienhรผgel gaben den Flรผchtenden eine Ahnung von Freiheit. Auch praktisch war die Region gรผnstig: Die Lebenshaltungskosten waren niedriger als in Paris, und von Marseille aus bot sich die Mรถglichkeit, weiterzureisen, falls die Lage unsicher wurde. Schon zuvor hatten Kรผnstler und Literaten die Kรผste entdeckt, und so wirkte sie in den 1930er Jahren wie eine alte Bekannte, die nun ein neues Gesicht zeigte โ die eines Exils.
In diesen Jahren trafen hier die groรen Namen der deutschen Kultur zusammen: Thomas Mann schrieb in den Pensionen der Kรผste, sein Bruder Heinrich lebte mit Nelly Krรถger in Nizza. Lion Feuchtwanger schuf in seiner Villa in Sanary-sur-Mer einen geistigen Mittelpunkt, an dem Franz Werfel, Alma Mahler-Werfel und viele andere verkehrten. Bertolt Brecht zog unstet durch Sรผdfrankreich, stets auf der Suche nach einem Ort, an dem Arbeit und Sicherheit zusammenfielen. Maler wie Walter Bondy oder Schriftstellerinnen wie Annette Kolb prรคgten die Atmosphรคre zusรคtzlich.
Besonders zwei Orte wurden zu Symbolen dieses Exils: Nizza, mit seiner kosmopolitischen Lebendigkeit und den Boulevards, auf denen sich Sprachen und Kulturen mischten; und Sanary-sur-Mer, ein kleiner Fischerort, dessen Hafenbecken zur Bรผhne einer Welt im Umbruch wurde. Dort, zwischen einfachen Fischerbooten und den Fassaden weiรer Hรคuser, entstand eine dichte Gemeinschaft von Exilanten, die im Schatten der drohenden Diktatur versuchten, ihre Sprache, ihre Kunst und ihre Hoffnung zu bewahren.
So verband sich an der Cรดte dโAzur die Schรถnheit der Landschaft mit der Dringlichkeit des รberlebens โ und hinterlieร Spuren, die bis heute sichtbar sind.
Conrad Weiser, the Quakers, and the Price of Freedom
“I have learned two languagesโ that of the fathers, who count everything, and that of the Iroquois, who tell everything. The truth lies somewhere in between.” โ Conrad Weiser, letter to his wife Anna Eva, ca. 1737
The Legacy of the First Generation
When the second generation of Germans in Pennsylvania came of age, the wilderness was no longer an enemy, but property. Land was the new gospel. Those who had it were considered blessed; those who lost it were considered punished.
The first immigrants had received the land as a giftโfree, open, boundless. But now every claim had to be documented with papers, seals, and boundary stones. And that’s when a new kind of war began: quiet, legal, fueled by greed, ignorance, and mistrust.
Johann Conrad Weiser Sr., who had once started out as a simple settler in Germantown, soon found himself in conflict with the Crown of New York. German families were promised land in the Schoharie Valley, but when they arrived, it had already been sold โ to speculators who had obtained their papers from London, The Hague, or even Frankfurt. The German settlers called it the โland of false deeds.โ
โThey gave us forest land that we bought with blood, and called us disobedient because we couldn’t read the contract.โ โ From the โSchoharie Petition,โ 1718
The dealers in land
During those years, a name appeared in the colonial administration’s files that soon became a curse word among Germans: Johannes Tschudi. A man from Zurich, once a notary, then a commercial agent, and finally a land commissionerโand, as was later discovered, a skilled forger.
Tschudi was one of those borderline figures between legitimacy and fraud that the colonial era produced in abundance. He had seals and coats of arms that looked deceptively genuine and issued settlement certificates that purportedly came from the governor of Pennsylvania. For a fee of โtwo Louis d’or per family,โ he promised 200 acres of land, plus the right to timber, grazing, and tax exemption for seven years.
A surviving pamphlet written by him states:
โNews of the fertile land of Penn-Sylvania, where milk, honey, and justice flow, and every man may be his own king.โ
The sheet circulated between Frankfurt, Strasbourg, Ulm, and Zurich. Many believed itโnot least because it was printed on parchment with a colonial seal that had been forged in London. Those who registered received a map with plots of land marked on itโoften in areas that did not even exist.
A descendant of the Braun family from the Palatinate wrote in 1751:
โWe carried the map in our breast pockets across the sea, and when we arrived, we were shown swamps and rubble. But now that we were here, we began to dig โ not for gold, but for truth.โ
One day, Tschudi disappeared without a trace. Some reports claim he died in the Caribbean, others that he assumed a new identity in London. What remained was a web of disappointment and mistrust that burned deep into the German community.
The recruiters โ voices of promise
Not all lies came from individual perpetrators. From the 1720s onwards, a veritable business developed around the dream of a โnew life.โ Emigrant agencies opened in Rotterdam and Hamburg, advertising passage to Philadelphia. Their leaflets were titled โReport on the Blessed Land of Pennsylvaniaโ or โSimple Description of the Wonderful New World.โ
A particularly well-known pamphlet from 1726 promised:
“There, no one is another’s servant, and the earth bears fruit without coercion. No tithes, no war, no prince.”
But what was not disclosed was that most of the ship passages were paid for on credit. Those who could not pay for the crossing in cash signed a contract of โindentured servitudeโ โ debt bondage. Many Germans arrived in Philadelphia and had to sell their labor to rich planters or merchants for four to seven years.
Conrad Weiser noted in one of his early letters:
“They came as free people and woke up as servants. The ships brought no hope, but mortgages.”
The merchants who organized the crossing called it the โredemptioner system.โ A term that perfidiously turned the word โredemptionโ into its opposite.
The governor and the rebels
British Governor Robert Hunter saw the German settlers as useful subjectsโhardworking, tolerant, and taxable. But when they refused to pay taxes on land that never belonged to them, he said:
“The Germans are good farmers, but bad subjects. They believe in God, but not in laws.”
Hunter sent troops to โpacifyโ Schoharie. But the Germans barricaded themselves in, refused to take the oath, and an open rebellion nearly broke out in the wilderness along the Mohawk River.
Johann Weiser wrote:
“We did not rise up against the king, but against deceit. Those who promise land and then steal it sin against God, not against the crown.”
Conrad Weiser โ The son between two worlds
Conrad was the mediatorโbetween his father and the authorities, between German and English, between settlers and Iroquois. He recognized early on that property was also language. Those who spoke English owned land, while those who spoke only German remained tenants of their dreams.
In one of his notes, he wrote:
“I have learned that freedom ends in contracts when the other person’s pen has the last word.”
Conrad became a translator, mediator, and later an advisor to the colonial government. He saw how his compatriots were cheated, disenfranchised, but also became greedy themselves. The circle began to close: the victims became property owners, and the next poor people followed.
Land deeds and the new faith
In 1740, there were more forged than genuine land deeds in circulation in Pennsylvania. German colonists bought them at markets, from wagons, and in taverns. Some knew they were fake โ others did not want to know. Faith became business.
An entry in the diary of Quaker John Logan, 1741:
โThe Germans are pious, but their piety is no protection against the temptation of property.โ
This gave rise to a culture of justification: it was said that God had given the land โ so no man could deny it. The Bible became a document, the word a title deed. A dangerous idea that ate deep into the colonies’ self-image.
The Return of the Narrator
Philadelphia, 1887. Ecklin is back in the archives. He has now read not only Gรผnter’s book, but also Weiser’s letters, Tschudi’s forged documents, pamphlets, and council minutes. A mosaic of hopes, deceit, and faith lies before him.
He notes:
โPerhaps the biggest mistake was not that they were lied to, but that they believed freedom could be bought.โ
Outside, the bells of St. Michael’s German Church are ringing. On the street, a man is selling prints with the inscription: โA piece of land in Dakota โ 100 acres, $10!โ Ecklin closes his eyes. Three hundred years have passed, and the language of promise still sounds the same.
โWe left because we believed the land was free. Now I know: only human beings can be free โ and even then, only for a short time.โ
When Varian Fry traveled to Europe aboard the transatlantic liner Bremen in 1935, he was still a young journalist, driven by curiosity, acumen, and an incorruptible eye for the political tensions of his time. Even during the crossing, among diplomats, businesspeople, and emigrants, he heard conversations about Hitler’s job creation programs, currency controls, and growing anti-Semitism. It was a premonition of what awaited him on the continent.
In Berlin, he took up residence at the Hotel-Pension Stern on Kurfรผrstendamm, a middle-class establishment in the heart of the capital. There, in the breakfast rooms, amid the rustling of newspapers, he conducted his first interviews: politicians who were still wavering between loyalty and inner resistance, business leaders who saw the regime as both a threat and an opportunity, and university lecturers who were torn between academic caution and open ideological loyalty. But Fry didn’t just listen to the voices of the elites. He spoke to shopkeepers who reported boycott actions, to waiters who whispered about guests who had disappeared, to churchgoers who described the pressure on their pastors, and to taxi drivers whose sober cynicism often contained more truth than the official slogans.
Kurfรผrstendamm became a burning mirror for Fry. Elegant strolling and intimidation by SA men existed side by side. One evening, he got caught up in a street battle: students were protesting against Gleichschaltung, and SA men were dispersing them with boots and batons. Fry, who only wanted to observe, was drawn into the melee. He escaped, but not without injuries โ and not without an image of the violence he later described so vividly. Berlin had shown him how deeply ideology, fear, and violence had already penetrated everyday life.
When Fry was sent to Marseille in 1940 on behalf of the Emergency Rescue Committee after the Wehrmacht invaded France, he was prepared. What he had only observed in Berlin now determined his actions: saving people who were on the Gestapo’s blacklists.
Marseille, the last major port in unoccupied France, was a place of both hope and despair. Refugees from all over Europe flocked thereโwriters, artists, scientists, political dissidents. Fry worked under the guise of a journalist, but his real mission was to organize a rescue operation that was both improvised and life-threatening.
His team was a diverse bunch: Miriam Davenport, the art historian; Mary Jayne Gold, a wealthy American who contributed money and courage; Daniel Bรฉnรฉdite, the French trade unionist who maintained contacts with officials and workers; and later also the young economist Albert Hirschman, who forged passports and organized escape routes. Together, they saved hundreds of people, including Marc Chagall, Heinrich Mann, Lion Feuchtwanger, Max Ernst, Hannah Arendt, and many others whose work shaped the cultural memory of the 20th century.
The cooperation of the US was ambivalent. The Emergency Rescue Committee had sent him, but Washington kept its distance: officially, it did not want to risk a confrontation with Vichy France or Berlin. Fry therefore operated in a gray area, tolerated but viewed with suspicion. France also showed two faces: individual officials helped quietly, but the Vichy administration cooperated closely with the Germans and handed over refugees. It was only through bribery, forgery, and secret networks that Fry was able to continue his work.
From Marseille, his contacts also extended to the Cรดte d’Azur: to Nice and Sanary-sur-Mer, where German exiles had been living since the early 1930sโHeinrich and Thomas Mann, Lion Feuchtwanger, Franz Werfel, Alma Mahler-Werfel, and many others. Fry built on these structures, helping with onward transport, organizing visas and ship passages to Spain and Portugal. In this way, he connected the escape routes along the coast with the rescue routes in Marseille.
But in 1941, Vichy put an end to his work. Fry was expelled, exhausted and plagued by guilt because he could not save everyone. Back in New York, he reported on his experiences and wrote his book Surrender on Demand in 1945, but it went unnoticed for a long time. In the early post-war years, America did not want to be reminded of that period of inaction, when individuals had shown more courage than states. Fry himself lived on the fringes of the intellectual scene, scarred by what he had experienced.
It was not until decades later that he received the recognition he deserved. In 1996, Yad Vashem honored him as the first American with the title โRighteous Among the Nations.โ Today, France and Germany also remember the โAmerican Schindler,โ who acted not out of political calculation but out of moral clarity.
Varian Fry was both an observer and an actor. In Berlin, he had learned to see behind the facades; in Marseille, he had taken action; in the US, he had fought for remembrance. His life journeyโfrom the salons of the ocean liner Bremen to the Pension Stern on Kurfรผrstendamm to the improvised rescue offices in Marseilleโis testimony to the fact that even a single individual can take responsibility in the face of violence.
in german:
Varian Fry – Von Berlin nach Marseille
Ein Leben zwischen Beobachtung und Verantwortung
Als Varian Fry 1935 an Bord des Transatlantikliners Bremen nach Europa reiste, war er noch ein junger Journalist, getrieben von Neugier, Scharfsinn und einem unbestechlichen Blick fรผr die politischen Spannungen seiner Zeit. Schon auf der รberfahrt, zwischen Diplomaten, Geschรคftsleuten und Emigranten, hรถrte er Gesprรคche รผber Hitlers Arbeitsbeschaffungsprogramme, รผber Devisenkontrollen und รผber den wachsenden Antisemitismus. Es war eine Vorahnung dessen, was ihn auf dem Kontinent erwartete.
In Berlin bezog er Quartier in der Hotel-Pension Stern am Kurfรผrstendamm, einem bรผrgerlichen Haus im Herzen der Hauptstadt. Dort, in den Frรผhstรผcksrรคumen, beim Rascheln der Zeitungen, fรผhrte er seine ersten Interviews: Politiker, die noch zwischen Loyalitรคt und innerem Widerstand schwankten, Wirtschaftsfรผhrer, die im Regime ebenso Bedrohung wie Chance sahen, und Universitรคtsdozenten, die zwischen akademischer Vorsicht und offener Ideologietreue lavierten. Doch Fry hรถrte nicht nur den Stimmen der Eliten zu. Er sprach mit Ladenbesitzern, die von Boykottaktionen berichteten, mit Kellnern, die im Flรผsterton von verschwundenen Gรคsten erzรคhlten, mit Kirchenbesuchern, die den Druck auf ihre Pfarrer schilderten, und mit Taxichauffeuren, deren nรผchterner Zynismus oft mehr Wahrheit enthielt als die offiziellen Parolen.
Der Kurfรผrstendamm wurde fรผr Fry zu einem Brennspiegel. Elegantes Flanieren und Einschรผchterung durch SA-Mรคnner existierten nebeneinander. Eines Abends geriet er in eine Straรenschlacht: Studenten protestierten gegen die Gleichschaltung, SA-Mรคnner trieben sie mit Stiefeln und Schlagstรถcken auseinander. Fry, der nur beobachten wollte, wurde in das Getรผmmel hineingezogen. Er entkam, aber nicht ohne Verletzungen โ und nicht ohne ein Bild jener Gewalt, die er spรคter so eindringlich beschrieb. Berlin hatte ihm gezeigt, wie tief Ideologie, Angst und Gewalt bereits in den Alltag eingedrungen waren.
Als Fry 1940, nach dem Einmarsch der Wehrmacht in Frankreich, im Auftrag des Emergency Rescue Committee nach Marseille entsandt wurde, war er vorbereitet. Was er in Berlin nur beobachtet hatte, bestimmte nun sein Handeln: Menschen retten, die auf den schwarzen Listen der Gestapo standen.
Marseille, der letzte groรe Hafen im unbesetzten Frankreich, war ein Ort der Hoffnung und Verzweiflung zugleich. Flรผchtlinge aus ganz Europa strรถmten dorthin โ Schriftsteller, Kรผnstler, Wissenschaftler, politische Dissidenten. Fry arbeitete unter dem Deckmantel eines Journalisten, doch sein eigentlicher Auftrag war die Organisation einer Rettungsmaschine, die zugleich improvisiert und lebensgefรคhrlich war.
Sein Team war bunt zusammengesetzt: Miriam Davenport, die Kunsthistorikerin; Mary Jayne Gold, eine wohlhabende Amerikanerin, die Geld und Mut beisteuerte; Daniel Bรฉnรฉdite, der franzรถsische Gewerkschafter, der Kontakte zu Beamten und Arbeitern hielt; spรคter auch der junge รkonom Albert Hirschman, der Pรคsse fรคlschte und Fluchtwege organisierte. Gemeinsam retteten sie Hunderte โ unter ihnen Marc Chagall, Heinrich Mann, Lion Feuchtwanger, Max Ernst, Hannah Arendt und viele andere, deren Werk das kulturelle Gedรคchtnis des 20. Jahrhunderts prรคgt.
Die Kooperation der USA war ambivalent. Das Emergency Rescue Committee hatte ihn entsandt, doch Washington hielt Distanz: Offiziell wollte man keine Konfrontation mit Vichy-Frankreich oder Berlin riskieren. Fry agierte daher im Graubereich, geduldet, aber misstrauisch beรคugt. Auch Frankreich zeigte zwei Gesichter: Einzelne Beamte halfen im Stillen, doch die Vichy-Administration kooperierte eng mit den Deutschen und lieferte Flรผchtlinge aus. Nur durch Bestechungen, Fรคlschungen und heimliche Netzwerke gelang es Fry, seine Arbeit fortzufรผhren.
Von Marseille aus reichten seine Kontakte auch an die Cรดte dโAzur: nach Nizza und nach Sanary-sur-Mer, wo bereits seit den frรผhen 1930er Jahren deutsche Exilanten lebten โ Heinrich und Thomas Mann, Lion Feuchtwanger, Franz Werfel, Alma Mahler-Werfel und viele andere. Fry knรผpfte an diese Strukturen an, half beim Weitertransport, organisierte Visa und Schiffspassagen nach Spanien und Portugal. So verband er die Fluchtwege an der Kรผste mit den Rettungsrouten in Marseille.
Doch 1941 setzte Vichy seiner Arbeit ein Ende. Fry wurde ausgewiesen, ausgelaugt und von Schuldgefรผhlen geplagt, weil er nicht alle retten konnte. Zurรผck in New York berichtete er, schrieb 1945 sein Buch Surrender on Demand, doch es blieb lange unbeachtet. Amerika wollte in den ersten Nachkriegsjahren nicht erinnert werden an jene Zeit der Untรคtigkeit, als Einzelne mehr Mut gezeigt hatten als Staaten. Fry selbst lebte am Rande der intellektuellen Szene, gezeichnet von dem, was er erlebt hatte.
Erst Jahrzehnte spรคter erhielt er die Anerkennung, die ihm gebรผhrte. 1996 ehrte ihn Yad Vashem als ersten Amerikaner mit dem Titel โGerechter unter den Vรถlkernโ. Auch in Frankreich und Deutschland erinnert man heute an den โamerikanischen Schindlerโ, der nicht aus politischem Kalkรผl, sondern aus moralischer Klarheit handelte.
Varian Fry war Beobachter und Akteur zugleich. In Berlin hatte er gelernt, hinter die Fassaden zu sehen, in Marseille hatte er gehandelt, in den USA hatte er fรผr Erinnerung gestritten. Sein Lebensweg โ von den Salons des Linienschiffs Bremen รผber die Pension Stern am Kurfรผrstendamm bis zu den improvisierten Rettungsbรผros in Marseille โ ist ein Zeugnis dafรผr, dass auch ein Einzelner im Angesicht der Gewalt Verantwortung รผbernehmen kann.
Photo:Varian Fry in Marseille. Frankreich, 1940โ1941 in Marseille. US Holocaust Memorial Museum, courtesy of Annette Fry