Category: Travel

  • Heinrich Heine – Deutschland

    Ein Wintermรคrchen

    Im traurigen Monat November war’s,
    Die Tage wurden trรผber,
    Der Wind riรŸ von den Bรคumen das Laub,
    Da reist ich nach Deutschland hinรผber.

    Und als ich an die Grenze kam,
    Da fรผhlt ich ein stรคrkeres Klopfen
    In meiner Brust, ich glaube sogar
    Die Augen begannen zu tropfen.

    Und als ich die deutsche Sprache vernahm,
    Da ward mir seltsam zumute;
    Ich meinte nicht anders, als ob das Herz
    Recht angenehm verblute.

    Ein kleines Harfenmรคdchen sang.
    Sie sang mit wahrem Gefรผhle
    Und falscher Stimme, doch ward ich sehr
    Gerรผhret von ihrem Spiele.

    Sie sang von Liebe und Liebesgram,
    Aufopfrung und Wiederfinden
    Dort oben, in jener besseren Welt,
    Wo alle Leiden schwinden.

    Sie sang vom irdischen Jammertal,
    Von Freuden, die bald zerronnen,
    Vom jenseits, wo die Seele schwelgt
    Verklรคrt in ew’gen Wonnen.

    Sie sang das alte Entsagungslied,
    Das Eiapopeia vom Himmel,
    Womit man einlullt, wenn es greint,
    Das Volk, den groรŸen Lรผmmel.

    Ich kenne die Weise, ich kenne den Text,
    Ich kenn auch die Herren Verfasser;
    Ich weiรŸ, sie tranken heimlich Wein
    Und predigten รถffentlich Wasser.

    Ein neues Lied, ein besseres Lied,
    O Freunde, will ich euch dichten!
    Wir wollen hier auf Erden schon
    Das Himmelreich errichten.

    Wir wollen auf Erden glรผcklich sein,
    Und wollen nicht mehr darben;
    Verschlemmen soll nicht der faule Bauch,
    Was fleiรŸige Hรคnde erwarben.

    Es wรคchst hienieden Brot genug
    Fรผr alle Menschenkinder,
    Auch Rosen und Myrten, Schรถnheit und Lust,
    Und Zuckererbsen nicht minder.

    Ja, Zuckererbsen fรผr jedermann,
    Sobald die Schoten platzen!
    Den Himmel รผberlassen wir
    Den Engeln und den Spatzen.

    Und wachsen uns Flรผgel nach dem Tod,
    So wollen wir euch besuchen
    Dort oben, und wir, wir essen mit euch
    Die seligsten Torten und Kuchen.

    Ein neues Lied, ein besseres Lied!
    Es klingt wie Flรถten und Geigen!
    Das Miserere ist vorbei,
    Die Sterbeglocken schweigen.

    Die Jungfer Europa ist verlobt
    Mit dem schรถnen Geniusse
    Der Freiheit, sie liegen einander im Arm,
    Sie schwelgen im ersten Kusse.

    Und fehlt der Pfaffensegen dabei,
    Die Ehe wird gรผltig nicht minder โ€“
    Es lebe Brรคutigam und Braut,
    Und ihre zukรผnftigen Kinder!

    Ein Hochzeitkarmen ist mein Lied,
    Das bessere, das neue!
    In meiner Seele gehen auf
    Die Sterne der hรถchsten Weihe โ€“

    Begeisterte Sterne, sie lodern wild,
    ZerflieรŸen in Flammenbรคchen โ€“
    Ich fรผhle mich wunderbar erstarkt,
    Ich kรถnnte Eichen zerbrechen!

    Seit ich auf deutsche Erde trat,
    Durchstrรถmen mich Zaubersรคfte โ€“
    Der Riese hat wieder die Mutter berรผhrt,
    Und es wuchsen ihm neu die Krรคfte.

    Wรคhrend die Kleine von Himmelslust
    Getrillert und musizieret,
    Ward von den preuรŸischen Douaniers
    Mein Koffer visitieret.

    Beschnรผffelten alles, kramten herum
    In Hemden, Hosen, Schnupftรผchern;
    Sie suchten nach Spitzen, nach Bijouterien,
    Auch nach verbotenen Bรผchern.

    Ihr Toren, die ihr im Koffer sucht!
    Hier werdet ihr nichts entdecken!
    Die Konterbande, die mit mir reist,
    Die hab ich im Kopfe stecken.

    Hier hab ich Spitzen, die feiner sind
    Als die von Brรผssel und Mecheln,
    Und pack ich einst meine Spitzen aus,
    Sie werden euch sticheln und hecheln.

    Im Kopfe trage ich Bijouterien,
    Der Zukunft Krondiamanten,
    Die Tempelkleinodien des neuen Gotts,
    Des groรŸen Unbekannten.

    Und viele Bรผcher trag ich im Kopf!
    Ich darf es euch versichern,
    Mein Kopf ist ein zwitscherndes Vogelnest
    Von konfiszierlichen Bรผchern.

    Glaubt mir, in Satans Bibliothek
    Kann es nicht schlimmere geben;
    Sie sind gefรคhrlicher noch als die
    Von Hoffmann von Fallersleben! โ€“

    Ein Passagier, der neben mir stand,
    Bemerkte, ich hรคtte
    Jetzt vor mir den preuรŸischen Zollverein,
    Die groรŸe Douanenkette.

    ยปDer Zollvereinยซ โ€“ bemerkte er โ€“
    ยปWird unser Volkstum begrรผnden,
    Er wird das zersplitterte Vaterland
    Zu einem Ganzen verbinden.

    Er gibt die รคuรŸere Einheit uns,
    Die sogenannt materielle;
    Die geistige Einheit gibt uns die Zensur,
    Die wahrhaft ideelle โ€“

    Sie gibt die innere Einheit uns,
    Die Einheit im Denken und Sinnen;
    Ein einiges Deutschland tut uns not,
    Einig nach auรŸen und innen.ยซ

    Zu Aachen, im alten Dome, liegt
    Carolus Magnus begraben.
    (Man muรŸ ihn nicht verwechseln mit Karl
    Mayer, der lebt in Schwaben.)

    Ich mรถchte nicht tot und begraben sein
    Als Kaiser zu Aachen im Dome;
    Weit lieber lebt’ ich als kleinster Poet
    Zu Stukkert am Neckarstrome.

    Zu Aachen langweilen sich auf der StraรŸ’
    Die Hunde, sie flehn untertรคnig:
    ยปGib uns einen FuรŸtritt, o Fremdling, das wird
    Vielleicht uns zerstreuen ein wenig.ยซ

    Ich bin in diesem langweil’gen Nest
    Ein Stรผndchen herumgeschlendert.
    Sah wieder preuรŸisches Militรคr,
    Hat sich nicht sehr verรคndert.

    Es sind die grauen Mรคntel noch
    Mit dem hohen, roten Kragen โ€“
    (Das Rot bedeutet Franzosenblut,
    Sang Kรถrner in frรผheren Tagen.)

    Noch immer das hรถlzern pedantische Volk,
    Noch immer ein rechter Winkel
    In jeder Bewegung, und im Gesicht
    Der eingefrorene Dรผnkel.

    Sie stelzen noch immer so steif herum,
    So kerzengerade geschniegelt,
    Als hรคtten sie verschluckt den Stock,
    Womit man sie einst geprรผgelt.

    Ja, ganz verschwand die Fuchtel nie,
    Sie tragen sie jetzt im Innern;
    Das trauliche Du wird immer noch
    An das alte Er erinnere.

    Der lange Schnurrbart ist eigentlich nur
    Des Zopftums neuere Phase:
    Der Zopf, der ehmals hinten hing,
    Der hรคngt jetzt unter der Nase.

    Nicht รผbel gefiel mir das neue Kostรผm
    Der Reuter, das muรŸ ich loben,
    Besonders die Pickelhaube, den Helm
    Mit der stรคhlernen Spitze nach oben.

    Das ist so rittertรผmlich und mahnt
    An der Vorzeit holde Romantik,
    An die Burgfrau Johanna von Montfaucon,
    An den Freiherrn Fouquรฉ, Uhland, Tieck.

    Das mahnt an das Mittelalter so schรถn,
    An Edelknechte und Knappen,
    Die in dem Herzen getragen die Treu
    Und auf dem Hintern ein Wappen.

    Das mahnt an Kreuzzug und Turnei,
    An Minne und frommes Dienen,
    An die ungedruckte Glaubenszeit,
    Wo noch keine Zeitung erschienen.

    Ja, ja, der Helm gefรคllt mir, er zeugt
    Vom allerhรถchsten Witze!
    Ein kรถniglicher Einfall war’s!
    Es fehlt nicht die Pointe, die Spitze!

    Nur fรผrcht ich, wenn ein Gewitter entsteht,
    Zieht leicht so eine Spitze
    Herab auf euer romantisches Haupt
    Des Himmels modernste Blitze! โ€“ โ€“

    Zu Aachen, auf dem Posthausschild,
    Sah ich den Vogel wieder,
    Der mir so tief verhaรŸt! Voll Gift
    Schaute er auf mich nieder.

    Du hรครŸlicher Vogel, wirst du einst
    Mir in die Hรคnde fallen;
    So rupfe ich dir die Federn aus
    Und hacke dir ab die Krallen.

    Du sollst mir dann, in luft’ger Hรถh’,
    Auf einer Stange sitzen,
    Und ich rufe zum lustigen SchieรŸen herbei
    Die rheinischen Vogelschรผtzen.

    Wer mir den Vogel herunterschieรŸt,
    Mit Zepter und Krone belehn ich
    Den wackern Mann! Wir blasen Tusch
    Und rufen: ยปEs lebe der Kรถnig!ยซ

    Zu Kรถllen kam ich spรคtabends an,
    Da hรถrte ich rauschen den RheinfluรŸ,
    Da fรคchelte mich schon deutsche Luft,
    Da fรผhlt ich ihren EinfluรŸ –

    Auf meinen Appetit. Ich aรŸ
    Dort Eierkuchen mit Schinken,
    Und da er sehr gesalzen war,
    MuรŸt ich auch Rheinwein trinken.

    Der Rheinwein glรคnzt noch immer wie Gold
    Im grรผnen Rรถmerglase,
    Und trinkst du etwelche Schoppen zuviel,
    So steigt er dir in die Nase.

    In die Nase steigt ein Prickeln so sรผรŸ,
    Man kann sich vor Wonne nicht lassen!
    Es trieb mich hinaus in die dรคmmernde Nacht,
    In die widerhallenden Gassen.

    Die steinernen Hรคuser schauten mich an,
    Als wollten sie mir berichten
    Legenden aus altverschollener Zeit,
    Der heil’gen Stadt Kรถllen Geschichten.

    Ja, hier hat einst die Klerisei
    Ihr frommes Wesen getrieben,
    Hier haben die Dunkelmรคnner geherrscht,
    Die Ulrich von Hutten beschrieben.

    Der Cancan des Mittelalters ward hier
    Getanzt von Nonnen und Mรถnchen;
    Hier schrieb Hochstraaten, der Menzel von Kรถln,
    Die gift’gen Denunziatiรถnchen.

    Die Flamme des Scheiterhaufens hat hier
    Bรผcher und Menschen verschlungen;
    Die Glocken wurden gelรคutet dabei
    Und Kyrie eleison gesungen.

    Dummheit und Bosheit buhlten hier
    Gleich Hunden auf freier Gasse;
    Die Enkelbrut erkennt man noch heut
    An ihrem Glaubenshasse. โ€“

    Doch siehe! dort im Mondenschein
    Den kolossalen Gesellen!
    Er ragt verteufelt schwarz empor,
    Das ist der Dom von Kรถllen.

    Er sollte des Geistes Bastille sein,
    Und die listigen Rรถmlinge dachten:
    In diesem Riesenkerker wird
    Die deutsche Vernunft verschmachten!

    Da kam der Luther, und er hat
    Sein groรŸes ยปHalt!ยซ gesprochen โ€“
    Seit jenem Tage blieb der Bau
    Des Domes unterbrochen.

    Er ward nicht vollendet โ€“ und das ist gut.
    Denn eben die Nichtvollendung
    Macht ihn zum Denkmal von Deutschlands Kraft
    Und protestantischer Sendung.

    Ihr armen Schelme vom Domverein,
    Ihr wollt mit schwachen Hรคnden
    Fortsetzen das unterbrochene Werk,
    Und die alte Zwingburg vollenden!

    O tรถrichter Wahn! Vergebens wird
    Geschรผttelt der Klingelbeutel,
    Gebettelt bei Ketzern und Juden sogar;
    Ist alles fruchtlos und eitel.

    Vergebens wird der groรŸe Franz Liszt
    Zum Besten des Doms musizieren,
    Und ein talentvoller Kรถnig wird
    Vergebens deklamieren!

    Er wird nicht vollendet, der Kรถlner Dom,
    Obgleich die Narren in Schwaben
    Zu seinem Fortbau ein ganzes Schiff
    Voll Steine gesendet haben.

    Er wird nicht vollendet, trotz allem Geschrei
    Der Raben und der Eulen,
    Die, altertรผmlich gesinnt, so gern
    In hohen Kirchtรผrmen weilen.

    Ja, kommen wird die Zeit sogar,
    Wo man, statt ihn zu vollenden,
    Die inneren Rรคume zu einem Stall
    Fรผr Pferde wird verwenden.

    ยปUnd wird der Dom ein Pferdestall,
    Was sollen wir dann beginnen
    Mit den Heil’gen Drei Kรถn’gen, die da ruhn
    Im Tabernakel da drinnen?ยซ

    So hรถre ich fragen. Doch brauchen wir uns
    In unserer Zeit zu genieren?
    Die Heil’gen Drei Kรถn’ge aus Morgenland,
    Sie kรถnnen woanders logieren.

    Folgt meinem Rat und steckt sie hinein
    In jene drei Kรถrbe von Eisen,
    Die hoch zu Mรผnster hรคngen am Turm,
    Der Sankt Lamberti geheiรŸen.

    Der Schneiderkรถnig saรŸ darin
    Mit seinen beiden Rรคten,
    Wir aber benutzen die Kรถrbe jetzt
    Fรผr andre Majestรคten.

    Zur Rechten soll Herr Balthasar,
    Zur Linken Herr Melchior schweben,
    In der Mitte Herr Gaspar โ€“ Gott weiรŸ, wie einst
    Die drei gehaust im Leben!

    Die Heil’ge Allianz des Morgenlands,
    Die jetzt kanonisieret,
    Sie hat vielleicht nicht immer schรถn
    Und fromm sich aufgefรผhret.

    Der Balthasar und der Melchior,
    Das waren vielleicht zwei Gรคuche,
    Die in der Not eine Konstitution
    Versprochen ihrem Reiche,

    Und spรคter nicht Wort gehalten โ€“ Es hat
    Herr Gaspar, der Kรถnig der Mohren,
    Vielleicht mit schwarzem Undank sogar
    Belohnt sein Volk, die Toren!

    Und als ich an die Rheinbrรผck’ kam,
    Wohl an die Hafenschanze,
    Da sah ich flieรŸen den Vater Rhein
    Im stillen Mondenglanze.

    ยปSei mir gegrรผรŸt, mein Vater Rhein,
    Wie ist es dir ergangen?
    Ich habe oft an dich gedacht
    Mit Sehnsucht und Verlangen.ยซ

    So sprach ich, da hรถrt ich im Wasser tief
    Gar seltsam grรคmliche Tรถne,
    Wie Hรผsteln eines alten Manns,
    Ein Brรผmmeln und weiches Gestรถhne:

    ยปWillkommen, mein Junge, das ist mir lieb,
    DaรŸ du mich nicht vergessen;
    Seit dreizehn Jahren sah ich dich nicht,
    Mir ging es schlecht unterdessen.

    Zu Biberich hab ich Steine verschluckt,
    Wahrhaftig, sie schmeckten nicht lecker!
    Doch schwerer liegen im Magen mir
    Die Verse von Niklas Becker.

    Er hat mich besungen, als ob ich noch
    Die reinste Jungfer wรคre,
    Die sich von niemand rauben lรครŸt
    Das Krรคnzlein ihrer Ehre.

    Wenn ich es hรถre, das dumme Lied,
    Dann mรถcht ich mir zerraufen
    Den weiรŸen Bart, ich mรถchte fรผrwahr
    Mich in mir selbst ersaufen!

    DaรŸ ich keine reine Jungfer bin,
    Die Franzosen wissen es besser,
    Sie haben mit meinem Wasser so oft
    Vermischt ihr Siegergewรคsser.

    Das dumme Lied und der dumme Kerl!
    Er hat mich schmรคhlich blamieret,
    GewissermaรŸen hat er mich auch
    Politisch kompromittieret.

    Denn kehren jetzt die Franzosen zurรผck,
    So muรŸ ich vor ihnen errรถten,
    Ich, der um ihre Rรผckkehr so oft
    Mit Trรคnen zum Himmel gebeten.

    Ich habe sie immer so liebgehabt,
    Die lieben kleinen Franzรถschen โ€“
    Singen und springen sie noch wie sonst?
    Tragen noch weiรŸe Hรถschen?

    Ich mรถchte sie gerne wiedersehn,
    Doch fรผrcht ich die Persiflage,
    Von wegen des verwรผnschten Lieds,
    Von wegen der Blamage.

    Der Alfred de Musset, der Gassenbub’,
    Der kommt an ihrer Spitze
    Vielleicht als Tambour, und trommelt mir vor
    All seine schlechten Witze.ยซ

    So klagte der arme Vater Rhein,
    Konnt sich nicht zufriedengeben.
    Ich sprach zu ihm manch trรถstendes Wort,
    Um ihm das Herz zu heben:

    ยปO fรผrchte nicht, mein Vater Rhein,
    Den spรถttelnden Scherz der Franzosen;
    Sie sind die alten Franzosen nicht mehr,
    Auch tragen sie andere Hosen.

    Die Hosen sind rot und nicht mehr weiรŸ,
    Sie haben auch andere Knรถpfe,
    Sie singen nicht mehr, sie springen nicht mehr,
    Sie senken nachdenklich die Kรถpfe.

    Sie philosophieren und sprechen jetzt
    Von Kant, von Fichte und Hegel,
    Sie rauchen Tabak, sie trinken Bier,
    Und manche schieben auch Kegel.

    Sie werden Philister ganz wie wir,
    Und treiben es endlich noch รคrger;
    Sie sind keine Voltairianer mehr,
    Sie werden Hengstenberger.

    Der Alfred de Musset, das ist wahr,
    Ist noch ein Gassenjunge;
    Doch fรผrchte nichts, wir fesseln ihm
    Die schรคndliche Spรถtterzunge.

    Und trommelt er dir einen schlechten Witz,
    So pfeifen wir ihm einen schlimmern,
    Wir pfeifen ihm vor, was ihm passiert
    Bei schรถnen Frauenzimmern.

    Gib dich zufrieden, Vater Rhein,
    Denk nicht an schlechte Lieder,
    Ein besseres Lied vernimmst du bald โ€“
    Leb wohl, wir sehen uns wieder.ยซ


    Vorwort

    Das nachstehende Gedicht schrieb ich im diesjรคhrigen Monat Januar zu Paris, und die freie Luft des Ortes wehete in manche Strophe weit schรคrfer hinein, als mir eigentlich lieb war. Ich unterlieรŸ nicht, schon gleich zu mildern und auszuscheiden, was mit dem deutschen Klima unvertrรคglich schien. Nichtsdestoweniger, als ich das Manuskript im Monat Mรคrz an meinen Verleger nach Hamburg schickte, wurden mir noch mannigfache Bedenklichkeiten in Erwรคgung gestellt. Ich muรŸte mich dem fatalen Geschรคfte des Umarbeitens nochmals unterziehen, und da mag es wohl geschehen sein, daรŸ die ernsten Tรถne mehr als nรถtig abgedรคmpft oder von den Schellen des Humors gar zu heiter รผberklingelt wurden. Einigen nackten Gedanken habe ich im hastigen Unmut ihre Feigenblรคtter wieder abgerissen, und zimperlich sprรถde Ohren habe ich vielleicht verletzt. Es ist mir leid, aber ich trรถste mich mit dem BewuรŸtsein, daรŸ grรถรŸere Autoren sich รคhnliche Vergehen zuschulden kommen lieรŸen. Des Aristophanes will ich zu solcher Beschรถnigung gar nicht erwรคhnen, denn der war ein blinder Heide, und sein Publikum zu Athen hatte zwar eine klassische Erziehung genossen, wuรŸte aber wenig von Sittlichkeit. Auf Cervantes und Moliรจre kรถnnte ich mich schon viel besser berufen; und ersterer schrieb fรผr den hohen Adel beider Kastilien, letzterer fรผr den groรŸen Kรถnig und den groรŸen Hof von Versailles! Ach, ich vergesse, daรŸ wir in einer sehr bรผrgerlichen Zeit leben, und ich sehe leider voraus, daรŸ viele Tรถchter gebildeter Stรคnde an der Spree, wo nicht gar an der Alster, รผber mein armes Gedicht die mehr oder minder gebogenen Nรคschen rรผmpfen werden! Was ich aber mit noch grรถรŸerem Leidwesen voraussehe, das ist das Zetern jener Pharisรคer der Nationalitรคt, die jetzt mit den Antipathien der Regierungen Hand in Hand gehen, auch die volle Liebe und Hochachtung der Zensur genieรŸen und in der Tagespresse den Ton angeben kรถnnen, wo es gilt, jene Gegner zu befehden, die auch zugleich die Gegner ihrer allerhรถchsten Herrschaften sind. Wir sind im Herzen gewappnet gegen das MiรŸfallen dieser heldenmรผtigen Lakaien in schwarzrotgoldner Livree. Ich hรถre schon ihre Bierstimmen: ยปDu lรคsterst sogar unsere Farben, Verรคchter des Vaterlands, Freund der Franzosen, denen du den freien Rhein abtreten willst!ยซ Beruhigt euch. Ich werde eure Farben achten und ehren, wenn sie es verdienen, wenn sie nicht mehr eine mรผรŸige oder knechtische Spielerei sind. Pflanzt die schwarzrotgoldne Fahne auf die Hรถhe des deutschen Gedankens, macht sie zur Standarte des freien Menschtums, und ich will mein bestes Herzblut fรผr sie hingeben. Beruhigt euch, ich liebe das Vaterland ebensosehr wie ihr. Wegen dieser Liebe habe ich dreizehn Lebensjahre im Exile verlebt, und wegen ebendieser Liebe kehre ich wieder zurรผck ins Exil, vielleicht fรผr immer, jedenfalls ohne zu flennen oder eine schiefmรคulige Duldergrimasse zu schneiden. Ich bin der Freund der Franzosen, wie ich der Freund aller Menschen bin, wenn sie vernรผnftig und gut sind, und weil ich selber nicht so dumm oder so schlecht bin, als daรŸ ich wรผnschen sollte, daรŸ meine Deutschen und die Franzosen, die beiden auserwรคhlten Vรถlker der Humanitรคt, sich die Hรคlse brรคchen zum Besten von England und RuรŸland und zur Schadenfreude aller Junker und Pfaffen dieses Erdballs. Seid ruhig, ich werde den Rhein nimmermehr den Franzosen abtreten, schon aus dem ganz einfachen Grunde: weil mir der Rhein gehรถrt. Ja, mir gehรถrt er, durch unverรคuรŸerliches Geburtsrecht, ich bin des freien Rheins noch weit freierer Sohn, an seinem Ufer stand meine Wiege, und ich sehe gar nicht ein, warum der Rhein irgendeinem andern gehรถren soll als den Landeskindern. ElsaรŸ und Lothringen kann ich freilich dem deutschen Reiche nicht so leicht einverleiben, wie ihr es tut, denn die Leute in jenen Landen hรคngen fest an Frankreich wegen der Rechte, die sie durch die franzรถsische Staatsumwรคlzung gewonnen, wegen jener Gleichheitsgesetze und freien Institutionen, die dem bรผrgerlichen Gemรผte sehr angenehm sind, aber dem Magen der groรŸen Menge dennoch vieles zu wรผnschen รผbriglassen. Indessen, die Elsasser und Lothringer werden sich wieder an Deutschland anschlieรŸen, wenn wir das vollenden, was die Franzosen begonnen haben, wenn wir diese รผberflรผgeln in der Tat, wie wir es schon getan im Gedanken, wenn wir uns bis zu den letzten Folgerungen desselben emporschwingen, wenn wir die Dienstbarkeit bis in ihrem letzten Schlupfwinkel, dem Himmel, zerstรถren, wenn wir den Gott, der auf Erden im Menschen wohnt, aus seiner Erniedrigung retten, wenn wir die Erlรถser Gottes werden, wenn wir das arme, glรผckenterbte Volk und den verhรถhnten Genius und die geschรคndete Schรถnheit wieder in ihre Wรผrde einsetzen, wie unsere groรŸen Meister gesagt und gesungen und wie wir es wollen, wir, die Jรผnger โ€“ ja, nicht bloรŸ ElsaรŸ und Lothringen, sondern ganz Frankreich wird uns alsdann zufallen, ganz Europa, die ganze Welt โ€“ die ganze Welt wird deutsch werden! Von dieser Sendung und Universalherrschaft Deutschlands trรคume ich oft, wenn ich unter Eichen wandle. Das ist mein Patriotismus.

    Ich werde in einem nรคchsten Buche auf dieses Thema zurรผckkommen, mit letzter Entschlossenheit, mit strenger Rรผcksichtslosigkeit, jedenfalls mit Loyalitรคt. Den entschiedensten Widerspruch werde ich zu achten wissen, wenn er aus einer รœberzeugung hervorgeht. Selbst der rohesten Feindseligkeit will ich alsdann geduldig verzeihen; ich will sogar der Dummheit Rede stehen, wenn sie nur ehrlich gemeint ist. Meine ganze schweigende Verachtung widme ich hingegen dem gesinnungslosen Wichte, der aus leidiger Scheelsucht oder unsauberer Privatgiftigkeit meinen guten Leumund in der รถffentlichen Meinung herabzuwรผrdigen sucht und dabei die Maske des Patriotismus, wo nicht gar die der Religion und der Moral, benutzt. Der anarchische Zustand der deutschen politischen und literarischen Zeitungsblรคtterwelt ward in solcher Beziehung zuweilen mit einem Talente ausgebeutet, das ich schier bewundern muรŸte. Wahrhaftig, Schufterle ist nicht tot, er lebt noch immer und steht seit Jahren an der Spitze einer wohlorganisierten Bande von literarischen Strauchdieben, die in den bรถhmischen Wรคldern unserer Tagespresse ihr Wesen treiben, hinter jedem Busch, hinter jedem Blatt versteckt liegen und dem leisesten Pfiff ihres wรผrdigen Hauptmanns gehorchen.

    Noch ein Wort. Das ยปWintermรคrchenยซ bildet den SchluรŸ der ยปNeuen Gedichteยซ, die in diesem Augenblick bei Hoffmann und Campe erscheinen. Um den Einzeldruck veranstalten zu kรถnnen, muรŸte mein Verleger das Gedicht den รผberwachenden Behรถrden zu besonderer Sorgfalt รผberliefern, und neue Varianten und Ausmerzungen sind das Ergebnis dieser hรถheren Kritik.

    Hamburg, den 17. September 1844

    Heinrich Heine

  • Hike from Col de Villefranche via Fort du Mont Alban to Villefranche-sur-Mer

    This scenic hike on the Cรดte d’Azur combines history, nature and spectacular sea views. Over a relatively short distance, you will encounter Mediterranean vegetation, military architecture and descend into one of the most beautiful bays in the region.

    Mont Alban View to Nice

    Start: Col de Villefranche

    The Col de Villefranche is located at an altitude of about 200 metres between Nice and Villefranche-sur-Mer. From here, several well-signposted paths lead towards Mont Alban. After just a few minutes, the view opens up to the deep blue Rade de Villefranche and the Cap Ferrat peninsula.

    The trail initially runs through a sparse pine forest. The scent of Aleppo pines, rosemary and thyme accompanies you โ€“ typical of the garrigue vegetation of the region. The incline is moderate and easily manageable.

    Fort Alban

    Stage 1: Ascent to the fort

    After about 20โ€“30 minutes, you will reach the Fort du Mont Alban, a 16th-century fortress. The massive structure is perched at an altitude of around 220 metres and offers one of the most beautiful panoramas of the Cรดte d’Azur:

    View westwards over the Bay of Nice

    View eastwards over the roadstead of Villefranche

    On a clear day: the snow-capped Maritime Alps in the hinterland

    It is definitely worth taking a break here. Small paths lead to various vantage points around the fort.

    Stage 2: Descent towards Villefranche

    From the fort, take the path towards Villefranche-sur-Mer. The path winds its way downhill through Mediterranean vegetation. Again and again, new perspectives of the bay open up โ€“ the play of colours between ochre facades, turquoise water and green hills is typical of the region.

    The descent takes about 40โ€“60 minutes, depending on your pace and photo stops. The path is rocky in places, so sturdy shoes are recommended.

    Destination: Villefranche-sur-Mer

    Once you reach the bottom, you will arrive at the old town of Villefranche-sur-Mer with its narrow streets and pastel-coloured houses. The historic Saint-Elme citadel, which also refers to the military importance of the region, is particularly worth seeing.

    You can relax at the harbour or on the beach at the end of your hike โ€“ perhaps with a coffee or a swim in the sea.

    Practical information

    Duration: approx. 1.5โ€“2.5 hours (without long breaks)

    Difficulty: easy to moderate

    Elevation difference: approx. 200 metres

    Best time: spring and autumn (summer can be very hot)

    Equipment: water, sunscreen, sturdy shoes

    Conclusion

    The hike from Col de Villefranche via Fort Vauban (Mont Alban) to Villefranche-sur-Mer is ideal for anyone looking for a short but impressive tour. It combines nature with history and offers some of the most beautiful views on the French Mediterranean coast.


    Mont Boron Nizza


    Places
    Hike from Col de Villefranche via Fort du Mont Alban to Villefranche-sur-Mer with a tour of the Citadelle Saint-Elme

    This varied tour combines nature, spectacular views and impressive military architecture โ€“ an ideal day trip on the Cรดte d’Azur.

    1. Start at Col de Villefranche

    Col de Villefranche is located at an altitude of about 200 metres between Nice and Villefranche-sur-Mer. Several paths lead from the car park or the road towards Mont Alban. After just a few minutes, the first views of the deeply indented bay of Villefranche and Cap Ferrat open up.

    The path climbs gently and leads through a sparse pine forest. Mediterranean plants such as rosemary, thyme and dwarf palms line the path. The climb is moderate and easy to walk.

    Walking time to the fort: approx. 20โ€“30 minutes

    1. Fort du Mont Alban viewpoint (Fort Vauban)

    At an altitude of around 220 metres, you will reach Fort du Mont Alban, a 16th-century fortress. The complex was built under Savoyard rule and served to control the strategically important coastline.

    From up here, you can enjoy a spectacular panorama:

    To the west, the Baie des Anges and Nice

    To the east, the Rade de Villefranche

    In the background, the Maritime Alps

    The view is one of the most beautiful in the entire region. It is worth taking a longer break to enjoy the different perspectives around the complex.

    1. Descent to Villefranche-sur-Mer

    From the fort, the path winds downhill towards Villefranche. The path is partly rocky but easy to follow. During the descent, wooded areas alternate with open viewpoints that offer ever-changing perspectives of the sea.

    As you get closer to the village, the ochre-coloured houses and small harbour of Villefranche-sur-Mer come into view. The descent takes about 45-60 minutes.

    1. Destination: The Citadelle Saint-Elme in Villefranche

    Once you arrive at the harbour, you will reach the impressive Citadelle Saint-Elme. Built in the 16th century, this fortress served to secure the bay and was part of a comprehensive defence system for the region.

    Today, the citadel is the cultural centre of the city and houses several museums and exhibitions:

    Museums and galleries in the citadel

    Musรฉe Volti โ€“ sculptures by the artist Antoniucci Volti

    Musรฉe Goetz-Boumeester โ€“ works of modern art

    Collections on the history of the city โ€“ historical documents and models

    The inner courtyards, vaulted corridors and bastions can be explored freely. The thick walls and the view of the bay from the bastions are particularly impressive.

    Visiting time: approx. 1โ€“1.5 hours

    1. Practical information

    Total duration (including visit): approx. 3โ€“4 hours

    Elevation difference: approx. 200 metres

    Difficulty: easy to moderate

    Equipment: sturdy shoes, water, sun protection

    Best season: spring and autumn (very hot in summer)

    Conclusion

    This hike impressively combines nature, history and culture. From the panorama at Fort du Mont Alban to the atmospheric tour of the Citadelle Saint-Elme, you will experience the strategic importance of the bay of Villefranche up close. The alternation between Mediterranean landscape and historical architecture makes this tour one of the most beautiful half-day excursions on the Cรดte d’Azur.


    Fort du Mont Alban

    High above the Bay of Nice, between Nice and Villefranche-sur-Mer, stands the Fort du Mont Alban โ€“ usually referred to simply as โ€˜Fort Albanโ€™. This striking 16th-century fortress is not only an impressive example of early modern military architecture, but also a landmark that shapes the identity of the Cรดte d’Azur region.

    Historical background

    The fort was built in the 16th century under the rule of Emmanuel Philibert. At that time, Nice did not yet belong to France, but to the Duchy of Savoy. The aim of the construction was to secure the strategically important coastline against attacks, especially from the sea. Its exposed location at an altitude of around 220 metres allowed a wide view over the Bay of Nice and the port of Villefranche.

    The massive, star-shaped structure with its thick walls and bastions was in line with the most modern defence principles of its time. Together with the citadel of Villefranche, the fort formed an effective defence system that could control both sea and land attacks.

    Strategic importance

    Its location between present-day Nice and Villefranche-sur-Mer made the fort a key point for regional security. From here, troops could detect movements along the coast at an early stage. Especially in an era when Mediterranean ports were of great importance for trade and the military, control of the sea routes was a decisive factor of power.

    The fort retained its military relevance in later centuries. It continued to be used and adapted during various conflicts. Its solid construction has contributed to its good state of preservation to this day.

    Significance for the surrounding area

    Today, the fort no longer fulfils a military function, but is an important cultural and tourist attraction. It symbolises the region’s turbulent history โ€“ from Savoyard rule to integration into France and the modern development of the Cรดte d’Azur.

    The fort is a popular destination for the inhabitants of Nice. The surrounding park offers walking trails with spectacular panoramic views of the Mediterranean, the foothills of the Alps and the coastal towns. Especially at sunset, the viewpoint is one of the most beautiful in the region.

    The fort also contributes to the local identity: it is a reminder of the time when Nice was not yet French and illustrates the city’s historical role as a border and port city between different political powers.

    Architecture and current condition

    The compact, rectangular structure with its bastions is an example of Renaissance military architecture. Although the interior of the fort is not permanently open to the public, the complex can be viewed from the outside. The massive stone walls still convey an impression of the strategic importance of the building.

    Conclusion

    Fort Alban is much more than an old fortress. It is a historical testimony to power politics in the Mediterranean region, a symbol of regional identity and a viewpoint of exceptional beauty. Its presence above the Bay of Nice connects the past and the present โ€“ and highlights how closely history, landscape and urban development are intertwined on the Cรดte d’Azur.


    in german:

    Diese aussichtsreiche Wanderung an der Cรดte dโ€™Azur verbindet Geschichte, Natur und spektakulรคre Meerblicke. Auf relativ kurzer Strecke erlebst du mediterrane Vegetation, militรคrische Architektur und den Abstieg in eine der schรถnsten Buchten der Region.


    Start: Col de Villefranche

    Der Col de Villefranche liegt auf etwa 200 Metern Hรถhe zwischen Nizza und Villefranche-sur-Mer. Von hier aus fรผhren mehrere gut ausgeschilderte Wege in Richtung Mont Alban. Schon nach wenigen Minuten รถffnet sich der Blick auf die tiefblaue Rade de Villefranche und die Halbinsel Cap Ferrat.

    Der Weg verlรคuft zunรคchst durch lichten Pinienwald. Der Duft von Aleppokiefern, Rosmarin und Thymian begleitet dich โ€“ typisch fรผr die Garrigue-Vegetation der Region. Die Steigung ist moderat und gut machbar.


    Etappe 1: Aufstieg zum Fort

    Nach etwa 20โ€“30 Minuten erreichst du das Fort du Mont Alban, eine Festung aus dem 16. Jahrhundert. Die massive Anlage thront auf rund 220 Metern Hรถhe und bietet eines der schรถnsten Panoramen der Cรดte dโ€™Azur:

    • Blick westwรคrts รผber die Bucht von Nizza
    • Blick ostwรคrts รผber die Reede von Villefranche
    • Bei klarer Sicht: die schneebedeckten Seealpen im Hinterland

    Eine Pause lohnt sich hier unbedingt. Rund um das Fort fรผhren kleine Wege zu verschiedenen Aussichtspunkten.


    Etappe 2: Abstieg Richtung Villefranche

    Vom Fort aus nimmst du den Weg in Richtung Villefranche-sur-Mer. Der Pfad schlรคngelt sich in Serpentinen bergab durch mediterrane Vegetation. Immer wieder erรถffnen sich neue Perspektiven auf die Bucht โ€“ das Farbspiel zwischen Ockerfassaden, tรผrkisfarbenem Wasser und grรผnen Hรผgeln ist typisch fรผr die Region.

    Der Abstieg dauert etwa 40โ€“60 Minuten, je nach Tempo und Fotostopps. Der Weg ist stellenweise steinig, daher sind feste Schuhe empfehlenswert.


    Ziel: Villefranche-sur-Mer

    Unten angekommen erreichst du die Altstadt von Villefranche-sur-Mer mit ihren engen Gassen und pastellfarbenen Hรคusern. Besonders sehenswert ist die historische Zitadelle Saint-Elme, die ebenfalls auf die militรคrische Bedeutung der Region verweist.

    Am Hafen oder am Strand kannst du die Wanderung entspannt ausklingen lassen โ€“ vielleicht mit einem Kaffee oder einem Bad im Meer.


    Praktische Hinweise

    • Dauer: ca. 1,5โ€“2,5 Stunden (ohne lange Pausen)
    • Schwierigkeit: leicht bis mittel
    • Hรถhenunterschied: etwa 200 Meter
    • Beste Zeit: Frรผhjahr und Herbst (Sommer kann sehr heiรŸ sein)
    • Ausrรผstung: Wasser, Sonnenschutz, feste Schuhe

    Fazit

    Die Wanderung vom Col de Villefranche รผber das Fort Vauban (Mont Alban) nach Villefranche-sur-Mer ist ideal fรผr alle, die eine kurze, aber eindrucksvolle Tour suchen. Sie verbindet Naturerlebnis mit Geschichte und bietet einige der schรถnsten Ausblicke an der franzรถsischen Mittelmeerkรผste.

    Beschreibe mir bitte eine Wanderung vom Col de Villefranche รผber das Fort Vauban nach Villefranche und abschlieรŸender Besichtung des Fort von Villefranche mit Besichtigung der Galerien und Museen im Fort.

    Wanderung vom Col de Villefranche รผber das Fort du Mont Alban nach Villefranche-sur-Mer mit Besichtigung der Citadelle Saint-Elme

    Diese abwechslungsreiche Tour verbindet Natur, spektakulรคre Ausblicke und eindrucksvolle Militรคrarchitektur โ€“ ein idealer Tagesausflug an der Cรดte dโ€™Azur.


    1. Start am Col de Villefranche

    Der Col de Villefranche liegt auf etwa 200 Metern Hรถhe zwischen Nizza und Villefranche-sur-Mer. Vom Parkplatz bzw. der StraรŸe aus fรผhren mehrere Wege in Richtung Mont Alban. Schon nach wenigen Minuten erรถffnen sich erste Blicke auf die tief eingeschnittene Bucht von Villefranche und das Cap Ferrat.

    Der Weg steigt sanft an und fรผhrt durch lichten Pinienwald. Mediterrane Pflanzen wie Rosmarin, Thymian und Zwergpalmen sรคumen den Pfad. Der Anstieg ist moderat und gut begehbar.

    Gehzeit bis zum Fort: ca. 20โ€“30 Minuten


    2. Aussichtspunkt Fort du Mont Alban (Fort Vauban)

    Auf rund 220 Metern Hรถhe erreichst du das Fort du Mont Alban, eine Festung aus dem 16. Jahrhundert. Die Anlage wurde unter savoyischer Herrschaft erbaut und diente der Kontrolle der strategisch wichtigen Kรผste.

    Von hier oben bietet sich ein spektakulรคres Panorama:

    • Westwรคrts die Baie des Anges und Nizza
    • Ostwรคrts die Rade de Villefranche
    • Im Hintergrund die Seealpen

    Die Aussicht gehรถrt zu den schรถnsten der gesamten Region. Eine lรคngere Pause lohnt sich, um die verschiedenen Blickwinkel rund um die Anlage zu genieรŸen.


    3. Abstieg nach Villefranche-sur-Mer

    Vom Fort fรผhrt der Weg in Serpentinen bergab Richtung Villefranche. Der Pfad ist teils steinig, aber gut erkennbar. Wรคhrend des Abstiegs wechseln sich Waldstรผcke mit offenen Aussichtspunkten ab, die immer neue Perspektiven auf das Meer erรถffnen.

    Mit zunehmender Nรคhe zum Ort erscheinen die ockerfarbenen Hรคuser und der kleine Hafen von Villefranche-sur-Mer. Der Abstieg dauert etwa 45โ€“60 Minuten.


    4. Ziel: Die Citadelle Saint-Elme in Villefranche

    Am Hafen angekommen erreichst du die beeindruckende Citadelle Saint-Elme. Diese im 16. Jahrhundert errichtete Festung diente der Sicherung der Bucht und war Teil eines umfassenden Verteidigungssystems der Region.

    Heute ist die Zitadelle kulturelles Zentrum der Stadt und beherbergt mehrere Museen und Ausstellungen:

    Museen und Galerien in der Zitadelle

    • Musรฉe Volti โ€“ Skulpturen des Kรผnstlers Antoniucci Volti
    • Musรฉe Goetz-Boumeester โ€“ Werke moderner Kunst
    • Sammlungen zur Stadtgeschichte โ€“ historische Dokumente und Modelle

    Die Innenhรถfe, Gewรถlbegรคnge und Bastionen kรถnnen frei erkundet werden. Besonders eindrucksvoll sind die dicken Mauern und die Aussicht von den Bastionen auf die Bucht.

    Besichtigungszeit: ca. 1โ€“1,5 Stunden


    5. Praktische Hinweise

    • Gesamtdauer (inkl. Besichtigung): ca. 3โ€“4 Stunden
    • Hรถhenunterschied: ca. 200 Meter
    • Schwierigkeit: leicht bis mittel
    • Ausrรผstung: feste Schuhe, Wasser, Sonnenschutz
    • Beste Jahreszeit: Frรผhjahr und Herbst (im Sommer sehr heiรŸ)

    Fazit

    Diese Wanderung verbindet eindrucksvoll Natur, Geschichte und Kultur. Vom Panorama am Fort du Mont Alban bis zur atmosphรคrischen Besichtigung der Citadelle Saint-Elme erlebst du die strategische Bedeutung der Bucht von Villefranche aus nรคchster Nรคhe. Der Wechsel zwischen mediterraner Landschaft und historischer Architektur macht diese Tour zu einem der schรถnsten Halbtagesausflรผge an der Cรดte dโ€™Azur.

  • Podcast zum Buch “Apรฉro um zwรถlf”

    Dieser Podcast von Arcoplexus befasst sich mit der Autorinย Ines Sachsย und ihrem Buchย โ€žApรฉro um zwรถlfโ€œ, das ihren Umzug von Deutschland nach Sรผdfrankreich humorvoll dokumentiert. Das Buch dient als praxisorientierter Ratgeber fรผr Auswanderer und beleuchtet Themen wieย administrative Hรผrden, die Bedeutung derย Sprachintegrationย sowie soziale Rituale wie den franzรถsischenย Apรฉro. Ergรคnzend dazu bieten die Texte Einblicke in Sachs’ beruflich geprรคgten Hintergrund als Projektmanagerinย und ihre verschiedenen digitalen Kanรคle zur Unterstรผtzung von Frankophilen.

  • รˆze Village โ€“ History, topography, and cultural transformation of a Mediterranean mountain village

    รˆze Village towers above the sparkling ribbon of the Mediterranean Sea like a silent witness to a complex past. Perched on a steep rocky outcrop on the French Riviera, the village uniquely combines traces of early Ligurian cultures, medieval power struggles, modern fortification policies, and the cultural trends of the Belle ร‰poque. Its development is a prime example of the transformation of Mediterranean settlements from strategic strongholds to symbolic cultural landscapes.

    1. The beginnings: Ligurian settlements and Roman spheres of influence

    The earliest traces of human presence in the รˆze area can be attributed to the Celto-Ligurian tribes who settled in the region around what is now Mont Bastide. The choice of location was motivated by both defensive and economic considerations: the extremely steep topography offered protection from attackers, while the proximity to the sea facilitated trade.

    With Roman expansion in Provence, the entire coastal region was integrated into a systematic administrative and transportation system. Although รˆze itself was not at the center of Roman urbanity, continuous settlement established itself along the coast, particularly in รˆze-sur-Mer. The Roman presence also left behind agricultural techniques such as terraced farming and olive cultivation, which shaped the landscape until modern times.

    รˆze Village – Cactus Garden

    2. Medieval consolidation: between Provence and Savoy

    From the High Middle Ages onwards, รˆze developed into a fortified village, which was ideal for military purposes due to its location at an altitude of 430 meters. From then on, its history was marked by territorial conflicts: รˆze initially belonged to the County of Provence.

    From the 14th century onwards, it fell under the rule of the House of Savoy. The conflict between Savoy and France in the 17th century led to multiple changes in strategy and ultimately to its integration into the Kingdom of France.

    The medieval streets โ€“ now home to artists’ studios and boutiques โ€“ were originally designed for defensive purposes. The village functioned as a stone labyrinth intended to confuse attackers. The central fortress, the citadel of รˆze, was repeatedly expanded, but fell victim to Louis XIV’s strategic order of destruction in 1706. Today’s platform with the โ€œJardin Exotiqueโ€ is a relic of this military past.

    3. Modern infrastructure: Fort Rรฉvรจre as part of national defense systems

    In the 19th century, รˆze once again became the focus of French military planning due to its geographical location. Fort Rรฉvรจre, located in the hinterland above the village, was built after 1870 as part of the so-called Sรฉrรฉ de Riviรจres system โ€“ a network of modern fortifications of European significance, created in response to the Franco-Prussian War.

    Fort Rรฉvรจre is characterized by: a polygonal layout with casemates, embrasures in all directions, massive walls made of stone and concrete, devices for communication with neighboring coastal and mountain forts.

    Although Fort Rรฉvรจre was never involved in combat, it played a role in monitoring the coast and securing the Italian-French border. Today, as a restored monument, it offers one of the most impressive panoramic views of the Riviera and symbolizes an era of European rearmament that changed fundamentally with the First World War.

    4. Chรขteau Balsan โ€“ Riviera romance and sophisticated

    The advent of Riviera tourism in the 19th century marked the beginning of a new era for รˆze. Chรขteau Balsan played a special role in this development. Industrialist ร‰mile Balsan, who came from an influential textile family, acquired the estate and transformed it into a sophisticated retreat.

    The chรขteau is remarkable for cultural and historical reasons: It was a frequent meeting place for the Parisian and international elite. Coco Chanel, who was closely associated with ร‰mile Balsan in her early life, spent long periods here. It was in รˆze that she made the transition from the world of aristocracy and bohemianism to her calling as a designer.

    The subsequent conversion of the building into the exclusive Chรขteau de la Chรจvre d’Or hotel marked another turning point: the Riviera became a luxury destination, while the historic buildings of รˆze were integrated into tourist and cultural contexts.

    Eze Jardin

    5. Continuity and renewal: From an agricultural society to a cultural landscape

    Until the early 20th century, รˆze was still heavily agricultural: olive groves, vineyards, terraced farming, and sheep breeding dominated life. It was only with the expansion of modern transport infrastructureโ€”roads, railways along the coast, and later the Corniche Routesโ€”that the village underwent structural change.

    The significant combination of historic buildings, an exceptional location, and romantic aesthetics led to รˆze becoming a fixture for: artists and writers, botanists (especially because of the exotic garden), historians, and tourists from all over the world.

    Today, รˆze combines the preservation of its medieval identity with a mixture of arts and crafts, luxury hotels and natural landscape typical of the Cรดte d’Azur.

    6. Concluding remarks

    รˆze Village is a prime example of the transformative power of historical sites. Its history encompasses: Ligurian origins, medieval power struggles, French and Savoyard territorial politics, modern fortification systems, the sophisticated culture of the Belle ร‰poque and modern cultural tourism.

    The Chรขteau Balsan and Fort Rรฉvรจre serve as striking anchor points: one embodies the aesthetic and social appeal of the Riviera, the other the strategic importance of the region in an era of geopolitical uncertainty.

    รˆze is thus not only a picturesque mountain village, but also a living archive of European historyโ€”a place where political, cultural, and landscape developments overlap in an extraordinary way.

  • APร‰RO AT TWELVE

    ABOUT TWO PEOPLE WHO MOVED TO FRANCE TO LIVE

    A book for all fans of France. And a wealth of experience for anyone who wants to follow in the author’s footsteps and make their dream of emigrating to France a reality.

    โ€žAufgeben ist keine Option, wenn es darum geht, sich seinen Traum zu erfรผllen.โ€œ
    โ€“ Ines Sachs โ€“

    Author Ines Sachs and her husband decide to leave Germany behind and live a life in the sunshine of southern France. In this book, she describes her emigration with affection and a great deal of humor: how the dream becomes a plan (it’s no coincidence that she is married to a project manager), the minor difficulties and major hurdles that need to be overcome, and finally the arrival in their new home, which does not go as smoothly as they had imagined.

  • Scott and Zelda Fitzgerald on the Cรดte d’Azur

    Scott and Zelda Fitzgerald on the Cรดte d’Azur โ€“ A life between glamour and ruin

    Francis Scott Fitzgerald and his wife Zelda were among the most dazzling figures of the 1920s. As the epitome of the Jazz Age, they lived a life of literary intoxication, excess, and social glamour โ€“ a life that reached its peak, but also its tragedy, in the south of France, on the Cรดte d’Azur.

    The dream of the south

    After the success of The Great Gatsby, the Fitzgeralds sought a new home away from the United States. In 1924, they were drawn to the French Riviera, which had become a magnet for artists, writers, and eccentrics in the years after World War I. A cosmopolitan community developed here, where Americans, British, and French people met. The Cรดte d’Azur stood for sun, luxury, and sophisticated freedomโ€”the ideal backdrop for a couple who embodied the myth of the โ€œgolden life.โ€

    Glamour and society

    In Cannes, Antibes, and Juan-les-Pins, the Fitzgeralds quickly became part of an illustrious circle. They socialized with Gertrude Stein, Picasso, Cole Porter, and above all Ernest Hemingway, with whom Scott had a difficult but formative friendship. The evenings were marked by lavish parties, alcohol, and scandals. Scott and Zelda became symbolic figures of an unrestrained generation that wanted to try everything after the horrors of war.

    Work and turmoil

    But behind the glittering faรงade, tensions were simmering. Fitzgerald worked feverishly on new texts, while Zelda increasingly took refuge in her own artistic ambitions โ€“ dance, painting, and later writing. Their marriage was strained by rivalry, jealousy, and Scott’s alcohol problems. Added to this was Zelda’s mental instability, which intensified during their years on the Riviera. Nevertheless, significant works emerged from this atmosphere: Fitzgerald gathered impressions that flowed into Tender is the Night, a novel that captures the Cรดte d’Azur lifestyle and the breakdown of a marriage like no other.

    Shattered illusions

    The dream of a โ€œsouthern paradiseโ€ proved illusory. Zelda suffered a severe nervous breakdown in France in 1930 and was admitted to a clinic. Scott struggled increasingly with his role as a writer who was celebrated but also increasingly tormented by self-doubt. The sparkling couple who once ruled the Riviera became tragic figures: trapped in their longing for beauty, but torn between art, intoxication, and inner emptiness.

    Aftermath

    Their time on the Cรดte d’Azur left an indelible mark on literature. In Fitzgerald’s descriptions, light and shadow, sun and abyss, celebration and decay merge. What began as a fairy tale of glamour and youth ended as a symbol of an era whose lightness was always accompanied by destruction.

    Thus, the memory of Scott and Zelda Fitzgerald on the Riviera remains a paradox: they lived there the dream of eternal summer โ€“ and at the same time its bitter awakening.


    in deutsch:

    Scott und Zelda Fitzgerald an der Cรดte dโ€™Azur โ€“ Ein Leben zwischen Glanz und Abgrund

    Francis Scott Fitzgerald und seine Frau Zelda gehรถren zu den schillerndsten Figuren der 1920er Jahre. Als Inbegriff des โ€žJazz Ageโ€œ lebten sie ein Leben im Rausch von Literatur, Exzess und gesellschaftlichem Glanz โ€“ ein Leben, das gerade in Sรผdfrankreich, an der Cรดte dโ€™Azur, seinen Hรถhepunkt, aber auch seine Tragik fand.

    Der Traum vom Sรผden

    Nach dem Erfolg von The Great Gatsby suchten die Fitzgeralds eine neue Heimat abseits der Vereinigten Staaten. 1924 zog es sie an die franzรถsische Riviera, die in den Jahren nach dem Ersten Weltkrieg zu einem Anziehungspunkt fรผr Kรผnstler, Schriftsteller und Exzentriker geworden war. Hier entstand eine kosmopolitische Gemeinschaft, in der sich Amerikaner, Briten und Franzosen trafen. Die Cรดte dโ€™Azur stand fรผr Sonne, Luxus und mondรคne Freiheit โ€“ ideale Kulisse fรผr ein Paar, das den Mythos des โ€žgoldenen Lebensโ€œ verkรถrperte.

    Glanz und Gesellschaft

    In Cannes, Antibes und Juan-les-Pins waren die Fitzgeralds schnell Teil eines illustren Kreises. Sie verkehrten mit Gertrude Stein, Picasso, Cole Porter und vor allem mit Ernest Hemingway, mit dem Scott eine schwierige, aber prรคgende Freundschaft verband. Die Abende waren geprรคgt von rauschenden Festen, Alkohol und Skandalen. Scott und Zelda wurden zu Symbolfiguren einer entfesselten Generation, die nach den Schrecken des Krieges alles ausprobieren wollte.

    Arbeit und Zerrissenheit

    Doch hinter der glรคnzenden Fassade brodelten Spannungen. Fitzgerald arbeitete fieberhaft an neuen Texten, wรคhrend Zelda zunehmend in ihre eigenen kรผnstlerischen Ambitionen flรผchtete โ€“ Tanz, Malerei, spรคter das Schreiben. Ihre Ehe wurde von Rivalitรคt, Eifersucht und Scotts Alkoholproblemen belastet. Hinzu kam Zeldas geistige Instabilitรคt, die sich wรคhrend der Jahre an der Riviera verstรคrkte. In dieser Atmosphรคre entstanden dennoch bedeutende Werke: Fitzgerald sammelte Eindrรผcke, die in Tender is the Night einflossen, einem Roman, der wie kein anderer das Lebensgefรผhl der Cรดte dโ€™Azur und den Zerfall einer Ehe einfรคngt.

    Zerbrechende Illusionen

    Der Traum vom โ€žsรผdlichen Paradiesโ€œ erwies sich als trรผgerisch. Zelda erlitt 1930 in Frankreich einen schweren Nervenzusammenbruch und wurde in eine Klinik eingewiesen. Scott kรคmpfte immer stรคrker mit seiner Rolle als Schriftsteller, der zwar gefeiert, aber zunehmend auch von Selbstzweifeln gequรคlt war. Aus dem funkelnden Paar, das einst die Riviera beherrschte, wurden tragische Figuren: Gefangen in ihrer Sehnsucht nach Schรถnheit, aber zerrieben zwischen Kunst, Rausch und innerer Leere.

    Nachklang

    Die Zeit an der Cรดte dโ€™Azur hinterlieรŸ in der Literatur ein unvergรคngliches Echo. In Fitzgeralds Schilderungen verschmelzen Licht und Schatten, Sonne und Abgrund, Feste und Zerfall. Was zunรคchst wie ein Mรคrchen aus Glanz und Jugend begann, endete als Symbol einer Epoche, deren Leichtigkeit immer schon von Zerstรถrung begleitet war.

    So bleibt die Erinnerung an Scott und Zelda Fitzgerald an der Riviera ein Paradox: Sie lebten dort den Traum vom ewigen Sommer โ€“ und zugleich dessen bitteres Erwachen.


    in french:

    Scott et Zelda Fitzgerald sur la Cรดte d’Azur โ€“ Une vie entre gloire et abรฎme

    Francis Scott Fitzgerald et sa femme Zelda comptent parmi les personnages les plus fascinants des annรฉes 1920. Incarnant ร  la perfection le ยซ Jazz Age ยป, ils menaient une vie marquรฉe par la littรฉrature, les excรจs et les fastes mondains โ€“ une vie qui a connu son apogรฉe, mais aussi sa tragรฉdie, dans le sud de la France, sur la Cรดte d’Azur.

    Le rรชve du Sud

    Aprรจs le succรจs de Gatsby le Magnifique, les Fitzgerald cherchรจrent une nouvelle patrie loin des ร‰tats-Unis. En 1924, ils s’installรจrent sur la Cรดte d’Azur, qui รฉtait devenue aprรจs la Premiรจre Guerre mondiale un pรดle d’attraction pour les artistes, les รฉcrivains et les excentriques. Une communautรฉ cosmopolite s’y รฉtait formรฉe, oรน se cรดtoyaient Amรฉricains, Britanniques et Franรงais. La Cรดte d’Azur รฉtait synonyme de soleil, de luxe et de libertรฉ mondaine โ€“ un cadre idรฉal pour un couple qui incarnait le mythe de la ยซ vie dorรฉe ยป.

    Glamour et mondanitรฉs

    ร€ Cannes, Antibes et Juan-les-Pins, les Fitzgerald s’intรจgrent rapidement dans un cercle illustre. Ils frรฉquentent Gertrude Stein, Picasso, Cole Porter et surtout Ernest Hemingway, avec lequel Scott entretient une amitiรฉ difficile mais marquante. Les soirรฉes รฉtaient marquรฉes par des fรชtes somptueuses, l’alcool et les scandales. Scott et Zelda devinrent les figures emblรฉmatiques d’une gรฉnรฉration dรฉbridรฉe qui, aprรจs les horreurs de la guerre, voulait tout essayer.

    Travail et dรฉchirement

    Mais derriรจre cette faรงade brillante, les tensions bouillonnaient. Fitzgerald travaillait fรฉbrilement ร  de nouveaux textes, tandis que Zelda se rรฉfugiait de plus en plus dans ses propres ambitions artistiques : la danse, la peinture, puis plus tard l’รฉcriture. Leur mariage รฉtait minรฉ par la rivalitรฉ, la jalousie et les problรจmes d’alcoolisme de Scott. ร€ cela s’ajoutait l’instabilitรฉ mentale de Zelda, qui s’est aggravรฉe au fil des annรฉes passรฉes sur la Cรดte d’Azur. Dans cette atmosphรจre, des ล“uvres importantes ont nรฉanmoins vu le jour : Fitzgerald a recueilli des impressions qui ont nourri Tender is the Night, un roman qui, comme aucun autre, capture l’esprit de la Cรดte d’Azur et la dรฉsintรฉgration d’un mariage.

    Illusions brisรฉes

    Le rรชve d’un ยซ paradis mรฉridional ยป s’est avรฉrรฉ illusoire. En 1930, Zelda a fait une grave dรฉpression nerveuse en France et a รฉtรฉ admise dans une clinique. Scott avait de plus en plus de mal ร  assumer son rรดle d’รฉcrivain, certes cรฉlรจbre, mais de plus en plus tourmentรฉ par le doute. Le couple รฉtincelant qui rรฉgnait autrefois sur la Cรดte d’Azur est devenu tragique : prisonnier de son dรฉsir de beautรฉ, mais dรฉchirรฉ entre l’art, l’ivresse et le vide intรฉrieur.

    Rรฉpercussions

    Le temps passรฉ sur la Cรดte d’Azur a laissรฉ une empreinte indรฉlรฉbile dans la littรฉrature. Dans les descriptions de Fitzgerald, lumiรจre et ombre, soleil et abรฎme, fรชte et dรฉcadence se confondent. Ce qui avait commencรฉ comme un conte de fรฉes fait de splendeur et de jeunesse s’est terminรฉ comme le symbole d’une รฉpoque dont la lรฉgรจretรฉ a toujours รฉtรฉ accompagnรฉe de destruction.

    Le souvenir de Scott et Zelda Fitzgerald sur la Riviera reste donc paradoxal : ils y ont vรฉcu le rรชve d’un รฉtรฉ รฉternel, mais aussi son rรฉveil amer.

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